Fachkräftemangel als Engpass: hybride Fachkräfte ausbilden
Zusammenfassung
Mit dem Wandel der Verbindungselemente-Branche zu hochwertiger, intelligenter und grüner Fertigung wird der Mangel an Fachkräften deutlicher – vor allem in Entwicklung, Instandhaltung automatisierter Anlagen und hybrid qualifiziertem Management. Nur wenn Politik, Hochschulen und Unternehmen gemeinsam handeln, lässt sich die Lücke zwischen Qualifikationsangebot und Industriebedarf schließen.
Inhaltsverzeichnis
Der Fachkräftemangel wird zum Kernproblem
Mit dem Wandel der Verbindungselemente-Branche zu hochwertiger, intelligenter und grüner Fertigung steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften kontinuierlich; der Mangel wird deutlich sichtbar und entwickelt sich zum zentralen Engpass für die hochwertige Entwicklung der Branche. Die Lücke konzentriert sich auf drei Felder: Entwicklungsspezialisten für hochwertige Produkte, Fachkräfte für die Instandhaltung intelligenter Anlagen und hybrid qualifizierte Managementkräfte. Angebot und Bedarf des Branchenwandels passen nicht zusammen – das bremst nicht nur Innovation und Kapazitätsausbau der Unternehmen, sondern auch das Entwicklungstempo der gesamten Branche. Die Ausbildung hybrider Fachkräfte ist dringend.
Deutliche Lücke bei Entwicklungsspezialisten
Am deutlichsten ist die Lücke bei hochqualifizierten Entwicklungsfachkräften – sie bremst die technische Innovation der Branche. Mit dem Eintritt in das Zeitalter ultrahochfester Werkstoffe wächst der Bedarf an Fachleuten für Werkstoffinnovation, Prozessoptimierung und Produktentwicklung. Besonders gefragt sind Entwickler mit Hintergrund in Werkstoffwissenschaft, Maschinenbau und Wärmebehandlungstechnik; sie sind die zentrale Ressource im Wettbewerb der Unternehmen. Derzeit liegt der Anteil hochqualifizierter Entwicklungsfachkräfte in der heimischen Verbindungselemente-Branche unter 5 %; vielen Unternehmen fehlt eigene Entwicklungskompetenz, Kernkompetenzen werden importiert, die Anforderungen des Hochpreissegments bleiben schwer erfüllbar. Die Entwicklung spezieller Verbindungselemente für Luft- und Raumfahrt oder Halbleiter verlangt erfahrene Fachkräfte, die die Anforderungen der Abnehmer präzise erfassen und technische Engpässe lösen können. Ihr Mangel verlangsamt die Substitution importierter Hochleistungs-Verbindungselemente; 2025 lag das Importvolumen für Hochleistungs-Verbindungselemente noch bei 2,87 Mrd. USD.
Lücke bei der Instandhaltung intelligenter Anlagen
Die Lücke bei Fachkräften für die Instandhaltung intelligenter Anlagen wächst weiter und beeinträchtigt die digitale Transformation der Unternehmen. Mit der beschleunigten Automatisierung – vollautomatische Präzisionsumformanlagen, intelligente Prüfsysteme, digitale Managementplattformen – steigt der Bedarf an Instandhaltungspersonal stark. Diese Fachkräfte müssen nicht nur Maschinenbau und elektrische Automatisierung beherrschen, sondern auch Anlagen einrichten, Daten auswerten und Fehler eingrenzen; zugleich müssen sie die Fertigungsprozesse von Verbindungselementen kennen. Sie sind damit klassische hybride Fachkräfte. Derzeit ist das Angebot in diesem Feld deutlich zu gering; manchen Unternehmen gelingt es mangels spezialisierter Instandhaltung nicht, die Leistungsfähigkeit intelligenter Anlagen auszuschöpfen – die Produktivitätssteigerung bleibt hinter den Erwartungen zurück, teils führen Anlagenstörungen sogar zu Produktionsausfällen und bremsen die Transformation.
Mangel an hybrid qualifiziertem Management
Auch hybrid qualifizierte Managementkräfte fehlen – mit Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Der Branchenwandel verlangt Führungskräfte, die Fertigungsprozesse und Technologieentwicklung ebenso kennen wie Markterschließung, Lieferkettenmanagement und digitale Abläufe und die Produktion, Entwicklung und Vertrieb als Ganzes steuern können. Derzeit ist das Management in den meisten Unternehmen der heimischen Branche noch stark auf klassische Produktionsführung ausgerichtet; Kenntnisse über neue Technologien und neue Märkte fehlen, tragfähige Strategien entstehen schwer, im Wettbewerb bleibt man in reagierender Rolle. Mit der beschleunigten Globalisierung sind Manager mit internationalem Blick und Kenntnis der Handelsregeln besonders knapp – das erschwert Markterschließung und globale Aufstellung.
Drei Ursachen des Fachkräftemangels
Die Hauptursachen liegen in der geringen Attraktivität der Branche, einem unzureichenden Ausbildungssystem und zu geringen Investitionen der Unternehmen in die Qualifizierung. Als traditionelle Fertigungsbranche bietet die Verbindungselemente-Industrie jungen Menschen oft wenig attraktive Arbeitsbedingungen und Vergütung, was das Angebot verringert. Die Lehrpläne von Hochschulen und Berufsschulen sind vom Bedarf der Industrie entfernt, gezielte Kurse fehlen, passende Fachkräfte entstehen zu selten. Viele Unternehmen – besonders kleine und mittlere – haben kein systematisches Qualifizierungskonzept und investieren zu wenig; Kernkräfte lassen sich so schwer halten.
Drei Partner gegen den Fachkräftemangel
Zur Lösung müssen Politik, Unternehmen und Hochschulen gemeinsam handeln. Die Politik sollte die Qualifizierung für die Verbindungselemente-Branche stärker fördern und mit Anreizprogrammen die Attraktivität erhöhen. Hochschulen und Berufsschulen sollten ihre Curricula anpassen, Kurse zu Automatisierung und hochwertiger Fertigung aufnehmen und in Kooperation mit Unternehmen praxisnah ausbilden. Unternehmen sollten ein systematisches Qualifizierungskonzept aufbauen, mehr in Ausbildung investieren und über interne Weiterbildung, externe Rekrutierung und Beteiligungsmodelle Kernkräfte gewinnen und binden; zugleich gilt es, die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu verstärken und gemeinsame Entwicklungsteams aufzubauen. Erst ein tragfähiges System aus Ausbildung und Gewinnung von Fachkräften löst den Engpass und sichert die hochwertige Entwicklung der Branche.
