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Edelstahl-Verbindungselemente A2-70, A4-80: Die Auswahl in einem Durchgang

Veröffentlicht: 2026-10-12 Kategorie: Mechanische Eigenschaften Autor: Louis

Zusammenfassung

Die „A2-70" und „A4-80" auf dem Edelstahlschraubenkopf folgen einem anderen Schema als die „8.8" bei Stahlschrauben. Nach ISO 3506 und GB/T 3098.6 ist die Kennung zweistufig aufgebaut: Buchstabe plus Zahl steht für die Edelstahl-Gruppe, die Zahl nach dem Querstrich ist der 1/10 der Nenn-Zugfestigkeit. A2 entspricht grob 304, A4 grob 316 mit Molybdän. Der Artikel erläutert die Gruppenunterschiede, die Bedeutung der Festigkeitsstufen, den Korrosionsvergleich und das in der Praxis lästige Fressproblem.

Die Kennung lesen: Gruppe plus Festigkeitsklasse

Nach GB/T 3098.6 (entspricht ISO 3506-1), Abschnitt 5 „Kennzeichnung von Edelstahl-Gruppen und Festigkeitsklassen" besteht die Kennung von nichtrostenden Verbindungselementen aus zwei Teilen: Der erste Teil ist die Edelstahl-Gruppe (Buchstabe plus Ziffer), der zweite Teil ist die Festigkeitsklasse (Zahl nach dem Querstrich). In „A2-70" steht „A2" für die austenitische Gruppe 2, „70" für den 1/10 der Nenn-Zugfestigkeit – Rm,Nenn = 70×10 = 700 MPa.

Kaltfließpress-Werkstatt
Kaltfließpress-Werkstatt
Gruppen-Kennung Gefüge Ungefähre Entsprechung Typische Eigenschaften
A1, A2, A3, A4, A5 Austenitisch A2 ≈ 304 (18-10), A4 ≈ 316 (mit Mo) unmagnetisch, korrosionsbeständig, Kaltverfestigung, größter Mengenanteil
C1, C3, C4 Martensitisch C1 ≈ 410, C3 ≈ 420 härtbar, hoch fest, mäßige Korrosionsbeständigkeit
F1 Ferritisch ≈ 430 magnetisch, mittlere Korrosionsbeständigkeit, nicht härtbar

Die A-Reihe (austenitisch) deckt über 90 % aller „Edelstahlschrauben" in der Praxis ab. Nach dem Querstrich sind die Klassen 50, 70 und 80 üblich: A2-50 = Rm ≥ 500 MPa, A2-70 = Rm ≥ 700 MPa, A2-80 = Rm ≥ 800 MPa. Je größer die Zahl, desto stärker ist der Werkstoff kaltverfestigt, desto höher die Festigkeit und desto geringer die Restdehnung.

Austenitische Gruppen und Korrosionsbeständigkeit (A2/A4/A5)

Innerhalb der A-Reihe bestimmt die Legierungs-Zusammensetzung die Korrosionsbeständigkeit. Die wichtigsten Elemente sind Chrom (Cr), Nickel (Ni) und Molybdän (Mo). A2 entspricht dem klassischen 18-10 Chrom-Nickel-Stahl (in etwa 304) und ist universell einsetzbar. A4 baut auf A2 auf und enthält etwa 2 % Molybdän, wodurch die Lochfraß- und Chlorid-Beständigkeit deutlich steigt (in etwa 316).

Gruppe Legierungs-Merkmal Korrosionsposition Typisches Medium
A1 automationsfreundlicher Austenit (erhöhter Schwefel) allgemeine Beständigkeit Normteile, Blechschrauben, wenig anspruchsvolle Montage
A2 18Cr-10Ni (≈ 304) Atmosphäre, Süßwasser, Lebensmittel, normale Chemie Innenausrüstung, Hausgeräte, Bau, übliche Umgebung
A3 Titan-/Niob-stabilisierter Austenit (≈ 321) bessere interkristalline Korrosionsbeständigkeit geschweißte Bauteile, höher temperierter Einsatz
A4 molybdänhaltiger Austenit (≈ 316) Lochfraß- und Chlorid-Beständigkeit Küste, Meerwasser, Chemie, Medizintechnik, feuchte Umgebung
A5 molybdänhaltiger stabilisierter Austenit (≈ 316Ti) Lochfraß + interkristalline Beständigkeit geschweißte Konstruktionen, höhere Korrosionsanforderungen
Typischer Irrtum: A2 (304) ist nicht „universell". In chloridhaltigem Meerwasser, an der Küste oder in Abwasser schadet sich normales 304 durch Lochfraß bis zum Durchrosten. In solchen Fällen muss auf A4 (316) gewechselt werden – sonst sind die Rost-Flecken noch unangenehmer als bei einer verzinkten Stahlschraube.

A2-70 und A4-80 im Kennwert-Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die typischen mechanischen Werte für austenitische Schrauben, Schrauben und Bolzen nach ISO 3506-1 / GB/T 3098.6. Der wichtigste Unterschied zum Stahl: Austenitischer Edelstahl kann nicht durch Härten verfestigt werden. Seine Festigkeit kommt durch Kaltziehen und Kaltfließpressen (Kaltverfestigung). Die Zahlen 50, 70 und 80 beschreiben also unterschiedliche Kaltverformungsgrade.

Klasse Zugfestigkeit Rm,min Dehnungsgrenze Rp0.2,min Zustand
A2-50 / A4-50 500 MPa 210 MPa weich / leicht kaltverformt, hohe Zähigkeit
A2-70 / A4-70 700 MPa 450 MPa kaltverfestigt, am weitesten verbreitete Lagerklasse
A2-80 / A4-80 800 MPa 600 MPa stärker kaltverfestigt, höhere Festigkeit, etwas weniger Dehnung
C1-110 (martensitisch) 1100 MPa — vergütet, erreicht in etwa das Niveau von Stahl 8.8

Bitte beachten: Auch wenn A4-80 eine Zugfestigkeit von 800 MPa erreicht, liegt die Streckgrenze unter der von Stahl und der E-Modul nur bei etwa 193 GPa (Stahl etwa 206 GPa). Deshalb dürfen die Drehmomentwerte von Stahl nicht 1:1 übernommen werden. Zugleich ist der Austenit nicht hart, bei wiederholtem Anziehen kann das Gewinde leicht anhaften und beschädigt werden. In der Praxis heißt das: Edelstahl-Schrauben in Serie sind nur dann vorhersagbar, wenn der K-Wert im Vorfeld gemessen, die Montage gedrosselt und die Paarung der Werkstoffe durchdacht wird – sonst wird aus einer „rostfreien" Verbindung schnell eine teure Fressverbindung, die auf der Baustelle ausgebohrt werden muss.

Warum Edelstahlschrauben fressen – und wie man es verhindert

Fressen (Galling, auch Kaltverschweißen oder Fressen) ist das Nummer-eins-Problem der Edelstahl-Montage: Wenn zwei Edelstahl-Gewinde unter hohem Druck relativ zueinander gleiten, haften die Kontaktflächen metallisch an, Material wird herausgerissen, am Ende „fressen" Schraube und Mutter fest und reißen womöglich ab. Der Grund: Austenitischer Edelstahl ist weich und neigt zur Selbst-Verschweißung, Reibungswärme lässt die Oberfläche lokal verschweißen.

  • Schmierung ist die erste Maßnahme: Gewinde und Auflagefläche mit Molybdändisulfid (MoS2), Nickel-Anthaftpaste oder spezieller Edelstahl-Gewindepaste bestreichen – das senkt die Reibung und verhindert das Anhaften.
  • Drehzahl und Drehmoment steuern: langsame Werkzeuge, um Erwärmung durch zu schnelles Eindrehen zu vermeiden. Das Drehmoment am gemessenen K-Wert ausrichten, nicht „aus dem Bauch" überziehen.
  • Gleiche Werkstoffe vermeiden: A2-Schraube mit A2-Mutter frisst unter hoher Last am ehesten. Hier ist die Kombination verschiedener Gruppen oder eine zusätzliche Schmierung sinnvoll.
  • Gewindequalität und Sauberkeit: 6g-Gewinde ohne Grate und ohne Späne, ebene Auflageflächen, um lokale Hochdruck-Punkte zu entschärfen.
Erfahrungswert: Der Drehmomentbeiwert K von Edelstahl liegt üblicherweise über dem von unlegiertem Stahl (ungeschmiert etwa 0,25 und mehr). Vor der Montage ist ein Drehmoment-Kraft-Versuch nach GB/T 16823.3 durchzuführen, statt die Stahl-Tabelle 1:1 zu übernehmen.

Auswahl-Empfehlungen: Wann A4 unumgänglich ist

Gruppen- und Festigkeits-Klasse in einer Entscheidungs-Tabelle:

  • Innenräume, Atmosphäre, Süßwasser, Lebensmittel: A2-70 reicht, universell, Lagertiefe groß, günstig.
  • Küste, Salznebel, Meerwasser, feuchte Chemie, Medizintechnik: direkt A4-70 oder A4-80 wählen. Molybdän schützt vor Chlorid-Lochfraß.
  • Schweißen oder höherer Temperatureinsatz: zu den stabilisierten Gruppen A3/A5 greifen, interkristalline Korrosion reduzieren.
  • Höhere Festigkeit bei mäßigen Korrosionsanforderungen: die martensitische C-Reihe (härtbar) prüfen, statt nur die Kaltverfestigung der Austeniten weiter zu steigern.
  • Hoher Druck, neigungsfähig zum Fressen: Gewindeschmierung und langsame Montage Pflicht, ggf. verschiedene Gruppen paaren. In sicherheitsrelevanten Fällen ist die Dokumentation des gewählten Schmierstoffs und des gemessenen K-Werts ausdrücklich sinnvoll, damit die Montage später wirklich vollständig reproduzierbar bleibt.

Fazit: A2 und A4 im Merksatz

Nichtrostende Verbindungselemente werden nach GB/T 3098.6 (ISO 3506-1) als „Gruppe + Klasse" gekennzeichnet: A2 ≈ 304, A4 ≈ 316 (mit Mo), die Zahl nach dem Querstrich ist der 1/10 der Nenn-Zugfestigkeit – A2-70 bedeutet Rm ≥ 700 MPa, Rp0.2 ≥ 450 MPa. In Innenräumen reicht A2-70, an der Küste und in chloridhaltiger Umgebung muss es A4-70 oder A4-80 sein. Bei der Montage unbedingt schmieren, Drehzahl drosseln und Fressen vermeiden. YF Zhichengjia ist seit 2005 in Shenzhen ansässig und liefert Edelstahlschrauben der Klassen A2-70, A4-70 und A4-80 – mit Auswahl-Unterstützung und Musterfertigung. Weitere Verbindungstechnik-Dokumente hält die Technische Dokumentationsbibliothek bereit. Für eine Werkstoff-Abschätzung im konkreten Einsatz wenden Sie sich direkt an die Technik-Ingenieure.

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